Orthopädie und Unfallchirurgie: Neues Röntgensystem ermöglicht 3D-Bildgebung

- Zwei neue Röntgen-Aufnahmeplätze in Betrieb genommen
- Vorteile für Patienten: Geringere Strahlendosis, kein schmerzhaftes Umlagern zwischen Untersuchungen, kürzere Wartezeiten
- Neue Diagnosemöglichkeiten durch dreidimensionale Bildgebung unter natürlicher Gewichtsbelastung
- Klinikum Schwarzach erneut technischer Vorreiter: Roboter-basiertes Siemens-Gerät mit 3D-Bildgebung erstmals in Österreich eingesetzt

(13.07.2018, Schwarzach/Salzburg) - Im Kardinal Schwarzenberg Klinikum in Schwarzach wurden vor kurzem zwei neue, hochmoderne Röntgen-Aufnahmeplätze für die Bereiche Orthopädie und Unfallchirurgie in Betrieb genommen. Neben einem High-End-System für konventionelle 2D-Bildgebung kommt mit dem „Multitom Rax“ – erstmalig in Österreich – ein Roboter-basiertes Röntgensystem zum Einsatz, das neben 2D- auch höchstauflösende 3D-Aufnahmen mit und ohne Belastung ermöglicht. In dem Schwerpunktkrankenhaus im Salzburger Pongau sind damit nun sowohl noch genauere als auch neue Diagnosen möglich. Patienten profitieren zudem von einer niedrigeren Strahlenbelastung, dem Wegfall mühsamer Umlagerungen und Raumwechsel zwischen verschiedenen Untersuchungen sowie von kürzeren Wartezeiten. Das Klinikum hat in Geräte und Raumadaptionen insgesamt 730.000 Euro investiert.

“Die neuen Aufnahmeplätze sind für uns ein weiterer wichtiger Schritt zur bestmöglichen Diagnostik bei verschiedensten Verletzungs- und Krankheitsbildern”, freut sich Primar Oliver Sommer, Leiter der Radiologie in Schwarzach. “Die neueste Detektortechnik garantiert eine ausgezeichnete Bildqualität bei niedrigster Strahlendosis. Mit dem ‘Multitom Rax’ können Untersuchungen aus unterschiedlichen klinischen Bereichen an einem Gerät durchgeführt werden. Das erspart Zeit und vor allem viele Unannehmlichkeiten für die Patienten.”

Scanner bewegt sich um den Patienten

Mit dem „Multitom Rax” kann das Klinikum in Schwarzach einen völlig neuen Patientenkomfort bieten. Indem sich Röhre und Detektor des Systems um den Patienten in die entsprechende Untersuchungsposition bewegen, werden vor allem für bewegungsunfähige oder Notfall-Patienten unnötige Schmerzen und Risiken minimiert. Dank des frei positionierbaren Detektors können unterschiedliche statische wie dynamische Aufnahmen nacheinander gemacht werden. Ein Beispiel: Bei Verdacht auf einen Haarriss im Armknochen konnte bislang nur eine 3D-Aufnahme im Computertomographen (CT) des Klinikums für Diagnosesicherheit sorgen. Dafür musste der Patient in den CT-Raum gebracht werden und dort bei den Aufnahmen den verletzten Arm über den Kopf halten – eine schmerzhafte Lagerung. Beim neuen “Multitom Rax” kann die 3D-Aufnahme dagegen gleich am selben System, in patientenschonender Haltung gemacht werden. Der Patient muss weder auf einen weiteren Termin warten, noch zusätzlich zum CT gebracht werden. „Zudem ist die Strahlenbelastung deutlich geringer als im CT“, ergänzt Primar Sommer.

Primar Manfred Mittermair, Leiter der Unfallchirurgie, freut sich über eine „deutliche Verbesserung der Versorgungsqualität“. An seiner Abteilung werden an Spitzentagen Röntgenaufnahmen für bis zu 180 Patienten benötigt, alleine an einem durchschnittlichen Tag in der Wintersaison sind es über 100 Patienten.

3D-Aufnahmen unter natürlicher Gewichtsbelastung möglich

Primar Manfred Höflehner, Leiter der Orthopädie, präzisiert die Vorteile des Systems für seine Abteilung: “Aufgrund der Möglichkeit bei minimaler Strahlenbelastung dreidimensionale Aufnahmen unter natürlicher Gewichtsbelastung im Stehen anfertigen zu können, sind wir nun in der Lage, die Implantation von künstlichen Gelenken, wie Hüfte, Knie oder Schulter, bestmöglich an die individuelle Anatomie unserer Patienten anzupassen. Weiters ermöglichen diese 3D-Aufnahmen unter Belastung gegenüber den bisherigen konventionellen 2D-Röntgenbildern speziell auch bei degenerativen Erkrankungen der Lendenwirbelsäule eine noch genauere Diagnose und Planungssicherheit.”

Technische Innovationen rasch zum Einsatz bringen

„Wir freuen uns, unseren Patientinnen und Patienten als erstes Krankenhaus in Österreich diese Art der Diagnostik bieten zu können“, sagt Ludwig Gold, Geschäftsführer im Kardinal Schwarzenberg Klinikum, und betont: “Als eine der wichtigsten Gesundheitseinrichtungen in Salzburg möchten wir nicht nur die Ausbildung der Mediziner auf höchstem Niveau anbieten, sondern diese auch mit den modernsten technischen Geräten unterstützen. Wir freuen uns deshalb über die Kompetenzpartnerschaft mit der Firma Siemens Healthineers, die den Patienten im gesamten Innergebirg Vorteile bringt und natürlich auch die medizinische Ausbildung verbessert. Dies bekräftigt auch unsere Strategie, möglichst frühzeitig bei neuen Innovationen eingebunden zu sein und diese auch sehr rasch unseren Patienten und Zuweisern zur Verfügung zu stellen.”

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