Umstellungsoperationen

Wann wird eine Geradestellung im Knie notwendig?

Wenn eine Abnützung des Kniegelenkes (Arthrose) und zusätzlich eine O-Beinstellung vorliegt kann bei jüngeren Patienten eine Geradestellung durchgeführt werden. Der Arzt kann die Abnützung am Röntgenbild erkennen. Typischerweise kommt es dabei zu verstärkten Schmerzen beim Aufstehen nach längerem Sitzen oder am Morgen. Bei starker Abnützung kommt es auch zu Schmerzen in Ruhe bzw. in der Nacht, wodurch häufig die Nachtruhe gestört ist. Wenn das Kniegelenk im äußeren Anteil noch in Ordnung ist, kann man als gelenkserhaltende Operation die Geradestellung bzw. „Open-Wedge-Osteotomie“ durchführen. Die Entscheidung zur Operation muss je nach Beschwerden und je nach Alter des Patienten von Patient und Arzt gemeinsam getroffen werden. Ein Nikotinabusus sollte nicht vorliegen.
   

Was wird bei dieser Operation gemacht?

Zuvor wird eine arthroskopische Operation des Kniegelenks durchgeführt, um eventuelle Meniscusschäden behandeln zu können und die Knorpelsituation zu begutachten. Anschließend wird der Schienbeinkopf durchgesägt, innenseitig aufgeklappt und somit das Bein in X-Bein-Stellung gebracht. Die Fixation erfolgt mit einer speziellen winkelstabilen Platte.
  

Wie lange dauert die Operation?

Die Geradestellung im Knie dauert ca. 1 - 1,5 Stunden.
  

Welche Narkose wird bei der Operation verwendet?

Die Operation kann sowohl in Vollnarkose als auch Lumbalanästhesie (Kreuzstich) durchgeführt werden. Jeder Patient wird vor der Operation von einem erfahrenen Narkosearzt beraten. Zusätzlich bestehen auch die Möglichkeiten modernster Verfahren der Schmerzbekämpfung des unmittelbar nach der Operation auftretenden Wundschmerzes.
  

Wie gestaltet sich der Aufenthalt im Krankenhaus?

Am Tag der Operation und am Tag danach muss der Patient im Bett bleiben, am zweiten Tag ist es bereits möglich sich aufzusetzen und mit Stützkrücken aufzustehen. Zusätzlich erfolgt eine Mobilisation des Kniegelenks mittels Motorschiene. In weiterer Folge werden unter der Anleitung von erfahrenen Physiotherapeuten das teilbelastende Gehen und das Stiegensteigen erlernt. Zusätzlich wird durch intensive Heilgymnastik wieder eine zufriedenstellende Beweglichkeit erzielt. Am zehnten Tag werden die Wundklammern entfernt, danach kann man wieder duschen, nachdem die Krusten abgefallen sind auch wieder baden.
   

Wie lange ist man im Krankenhaus?

Üblicherweise kann die Entlassung am 9. bis 10. Tag nach der Operation erfolgen.
   

Wie ist der weitere Verlauf?

In den ersten 6 Wochen nach der Operation muss eine Teilbelastung mit Stützkrücken erfolgen (20-30 Kilogramm). Für diese Zeit muss zur Vermeidung einer Thrombose 1 x täglich eine Subcutanspritze verabreicht werden. Nach sechs Wochen ist eine Kontrolle in unserer Ambulanz vorgesehen, zu der die Patienten aktuelle Röntgenbilder mitbringen. Danach kann der Patient je nach Röntgenbefund und Callus-Bildung in zunehmende Vollbelastung übergehen.
    

Wann muss man die Platte und die Schrauben entfernen?

Nach frühestens 1-2 Jahren kann man die Platte entfernen, dies ist eine kleine Operation, der Schnitt erfolgt in der alten Narbe, der Krankenhausaufenthalt dauert dann ein bis zwei Tage.
   

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