Schilddrüsenuntersuchung

Schilddrüsenerkrankungen sind häufiger als alle anderen Erkrankungen von drüsigen Organen. Die Schilddrüse ist ein unbedingt notwendiges Organ während der Wachstums- und Entwicklungszeit. Im Erwachsenenalter kommt es bei Ausfall der Schilddrüse zu schweren körperlichen und seelischen Störungen. Die von der Schilddrüse produzierten Hormone wirken auf den Gesamtorganismus.

Eine Vergrößerung der Schilddrüse wird als Struma (Kropf) bezeichnet. Unabhängig von der Größe muss die Funktion (= Hormonproduktion) getestet werden. Es kann eine Überfunktion oder eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegen. Bei etwa 5 % der Schilddrüsenerkrankungen liegt eine Entzündung, eine gutartige oder eine bösartige Geschwulst vor.

Anamnese und körperliche Untersuchung stehen bei der Abklärung von Schilddrüsenerkrankungen am Anfang. Bei einem Großteil der Patienten ergeben die spezielle Vorgeschichte und der klinische Befund meist schon deutliche Hinweise auf den Funktionszustand der Schilddrüse. Als Zweites sind Blutuntersuchungen erforderlich. Es wird die Schilddrüsenhormonkonzentration bestimmt, eventuell wird der TRH-Test als Funktionstest durchgeführt. Eine Antikörperbestimmung, ein Blutbild, die Blutsenkungsgeschwindigkeit können zusätzlich zur Differenzialdiagnose erforderlich sein.
  

Szintigraphie der Schilddrüse

Das Schwergewicht der nuklearmedizinischen in-vivo-Diagnostik von Schilddrüsenerkrankungen liegt auf dem Gebiet der Szintigraphie. Diese wird meist mit 99m-Techentium-Pertechnetat durchgeführt. Mit der günstigen physikalischen Halbwertszeit von nur 6 Stunden ist die Strahlenbelastung des Patienten gering.

Mit Hilfe der Szintigraphie können folgende Aussagen über die Schilddrüse gemacht werden:

  • Form, Größe und Lage der Schilddrüse
  • Nachweis von Veränderungen innerhalb der Schilddrüse (Zysten, Knoten)
  • Hinweis auf den Funktionszustand (sogenannter kalter oder heißer Knoten)
      

Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse

Die Ultraschalluntersuchung liefert einen zweifachen Informationsgewinn. Es kann einerseits die Organgröße bestimmt werden, ebenso die Lage der Schilddrüse oder das Fehlen eines Schilddrüsenlappens.

Von noch größerer Bedeutung ist die echospezifische Information, wobei das Schallmuster Auskunft über den feingeweblichen Aufbau des Organs gibt. Dadurch ist es möglich, typische Echomuster bestimmten Erkrankungen zuzuordnen und wertvolle Rückschlüsse auf die Malignomwahrscheinlichkeit der einzelnen Läsionen zu bekommen.
  

Feinnadelpunktion der Schilddrüse

Entsprechend dem Ergebnis der Schilddrüsenszintigraphie und der Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse wird man Veränderungen in der Schilddrüse weiter durch Zelldiagnostik abklären. Es wird von uns die Feinnadelbiopsie durchgeführt.

Dabei wird ein Ausstrichpräparat angefertigt. Das Schilddrüsenpunktat wird dann mit dem Mikroskop beurteilt. In der Gesamtschau der Untersuchungsergebnisse wird die Diagnose erstellt und die Therapiewahl getroffen.
  

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